FC Nieheim peilt höhere Regionen an

FC Nieheim peilt höhere Regionen an

08.06.2020

Neuverpflichtungen kommen vom Liga-Konkurrenten Spvg Brakel

Nieheim  (WB). Befindet sich der FC Nieheim auf dem Weg zur Nummer eins im Fußballkreis Höxter? Ufuk Basdas, Trainer des Landesligisten, will davon nichts wissen. Für den 35-Jährigen gibt es wichtigere Dinge als die Pole-Position in der Region und damit die Wachablösung. Der FC Nieheim vor der Spvg Brakel? Das ist für den sachlichen Übungsleiter nicht die entscheidende Frage.

„Man sollte sich immer respektieren und keine Probleme haben. Ich möchte keine Rivalität mit der Spvg Brakel und sehe diese auch nicht“, betont Basdas. Der gebürtiger Bielefelder hält zwangsläufig entsprechenden Abstand zur lokalen Rivalität. Die Fakten zählen: Mit Nick Neumann und Dirk Büsse kommen zwei Leistungsträger von der Spvg Brakel zum FC Nieheim. Beide haben sich während der Corona-Pause für den Wechsel und den Weg hin zum FCN entschieden. Neumann verstärkt als Ex-Oberliga-Spieler des SC Paderborn II ganz zur Freude von Basdas den Kader der Rot-Gelben. „Ein Linksfuß tut jeder Mannschaft gut. Nick ist flexibel einsetzbar“, so der Coach.

Wichtiger Baustein

Dirk Büsse wiederum spielte seit 2016 in Brakel und entwickelte sich zu einem wichtigen Baustein. Eine Verletzung hatte den 27-Jährigen in diesem Jahr allerdings etwas ausgebremst. Doch der Wahl-Paderborner ist mittlerweile wieder fit und freut sich auf die Zeit in Nieheim: „Die Spielidee und Spielphilosophie des FCN-Trainers passt perfekt zu meinen Vorstellungen. Die Mannschaft besitzt eine hohe Qualität und hat eine super Mischung aus jungen sowie talentierten Spielern.“

Zudem kennt der Mittelfeldstratege die FC-Leistungsträger Philippe Soethe und Manuel Trost noch gut aus seiner Zeit beim SV Dringenberg. Die Eingewöhnungszeit dürfte nicht ganz so lange dauern. „Wir achten bei den Transfers auch immer sehr auf den Charakter“, betont Basdas, der mit Blick auf Büsses spielerischen Qualitäten ergänzt: „Ich habe selbst noch gegen ihn gespielt. Er ist eine Bereicherung für unser Spiel und taktisch super geschult.“

Positive Worte

Ähnlich positive Worte wählt der FCN-Trainer auch, wenn er über seinen dritten Neuzugang, Pascal Hannibal, spricht. Der Angreifer kommt aus der niedersächsischen Landesliga von der SpVgg. Bad Pyrmont und gilt als variabel einsetzbarer Offensivspieler. „Auch er passt sehr gut in unsere Mannschaft.“ Der frühere Stürmer des SV Steinheim dürfte nicht der letzte Neue sein. Der FCN würde sich mit weiteren Akteuren in guten Gesprächen befinden.

In den vergangenen Jahren verpflichteten die Weberstädter meistens Spieler aus dem Paderborner und Bielefelder Raum. Doch die Transfers von Tobias Puhl, Philippe Soethe und Manuel Trost zeigten, dass es auch Kicker aus der Region zum FCN zieht. Findet in Nieheim ein Umdenken statt? „Ich bin als Spieler selber viel gereist und konnte mich mit jedem Verein zu 100 Prozent identifizieren. Daher ist es egal, ob die Jungs aus Bielefeld oder Paderborn zu uns kommen. Wichtig ist, dass sie alles reinhauen und charakterlich passen“, betont Basdas.

Potenzial abrufen

Vereinsboss Alfred Ruberg dürfte die Entwicklung seines Vereins besonders gut gefallen. Es war bekanntlich immer sein großes Ziel, den Klub in die Landesliga zu führen. Und jetzt darf man sogar mit einer Top-Platzierung in der neuen Spielklasse planen. Vielleicht sogar mit noch mehr? „Wenn wir das gesamte Potenzial abrufen und weiter willig und gierig agieren, ist nach oben noch mehr möglich. Aber für höhere Aufgaben müssten noch andere Dinge passen“, betont der FCN-Trainer.

Damit meint der FCN-Coach nicht unbedingt die Rahmenbedingungen, die in Nieheim nicht optimal sind. Es fehlt ein großer Kunstrasenplatz. Auch die Kabinen sowie sanitären Anlagen, die den Charme der 60er-Jahre aufweisen, müssten völlig renoviert und modern präsentiert werden. „Ich habe in der Oberliga allerdings im Ruhrgebiet viel schlimmere Bedingungen erlebt“, relativiert der Coach. Angeblich würde der FC Nieheim das Geld nur in den Kader investieren. Ufuk Basdas reagiert darauf deutlich: „Es ist doch so wie in der freien Wirtschaft. Wenn man ein finanziell besseres Angebot von einem anderen Unternehmen bekommt, nimmt man es auch mal an. Vorausgesetzt, dass alles zusammen passt. Das ist im Amateurfußball nicht anders.“

Kreisliga im Blick

Trotz der finanziellen Möglichkeiten verliert Ufuk Basdas den Kreisliga-Nachwuchs des Vereins nicht aus den Augen. Denn er weiß auch, dass es Nieheimer mögen, wenn heimische Spieler den Sprung in den Kader schaffen. „Natürlich ist der Unterschied von der Kreisliga zur Landesliga groß. Doch die für uns in Frage kommenden Akteure befinden sich in einem Alter, in dem man immer noch ganz viel am Ball lernen kann. Ich lege großen Wert auf Technik und Ballbesitz. Es ist nie zu spät, das noch zu trainieren“, so der 35-Jährige.

Fußball kontrollieren

Es ist der kontrollierte Fußball, den Basdas nach der Corona-Krise mit seiner Mannschaft weiter verinnerlichen möchte. Aktuell wird noch nicht trainiert. In den kommenden Wochen könnte es mal ein lockeres Training geben. Mehr ist aufgrund der Auflagen nicht drin. Der FCN-Trainer erklärt: „Die Spieler sollten sich nicht an einen kontaktfreien Sport gewöhnen. Ich befürchte, dass die jungen Akteure nach ein paar Wochen die Schnauze voll haben und die Galligkeit fehlt. Sie müssen darauf hinarbeiten und dafür brennen, dass es bald wieder losgeht.“ Der FC Nieheim stellt sich gezielt für die Zeit nach Corona auf. Dabei haben sie den nächsten Schritt mit starken Neuverpflichtungen ins Visier genommen. „Es geht nicht darum, die Nummer eins zu werden“, sagt Basdas.

quelle: Westfalen-Blatt

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